Sehr viele Menschen leiden an Depressionen – etwa 25% der erwachsenen Bevölkerung in der Schweiz sind mit einem Risiko für die Entwicklung von Depressionen behaftet.1 Also ist es gut möglich, dass du jemanden kennst, der von dieser psychischen Erkrankung betroffen ist.
Jeder fühlt sich hin und wieder einmal „niedergeschlagen“. Bei den meisten ist dieses Gefühl von Traurigkeit eine Reaktion auf ein einschneidendes Ereignis, und es geht ihnen nach ein paar Tagen oder Wochen wieder besser. Dabei handelt es sich um eine natürliche, kurzzeitige Reaktion auf stressige Zeiten des Lebens. Einigen Menschen gelingt es jedoch nicht, sich von diesem Tief zu erholen und es fällt ihnen schwer, ihr Leben in der gewohnten Art und Weise weiterzuführen. Sie sind über lange Zeiträume traurig und fühlen sich hoffnungslos, haben unerklärliche Schmerzen oder andere körperliche Leiden, schlafen schlecht, haben Angstzustände oder sind desinteressiert und energielos. In solchen Fällen kann man von einer sogenannten „klinischen” Depression sprechen, einer Krankheit, die behandelbar ist. Depressionen können sich sehr unterschiedlich äußern – d.h. nicht jeder hat dieselben Symptome.
Wenn die oben genannten Symptome mehr als zwei Wochen andauern oder sich der Betroffene mit Selbstmordgedanken trägt oder daran gedacht hat, sich selbst Verletzungen zuzufügen, dann mache deinem betroffenen Freund klar, dass er professionelle Hilfe benötigt und sich an einen Arzt wenden sollte. Denn eine Behandlung und damit eine Besserung oder Heilung sind möglich. Zur Behandlung gehört häufig eine Kombination aus verschiedenen Therapien, wie Medikamenten, Psychotherapie, und Selbsthilfetechniken. Bei diesem Ansatz wird der Mensch als Ganzer behandelt und begibt sich auf einen Genesungsweg zurück in ein normales Leben. Wenn du betroffene Freunde auf diesem Weg begleiten möchtest, solltest du so viel wie möglich über Depressionen wissen. Dieses Wissen wird dir dabei helfen, realistische Erwartungen zu haben, und dir das Selbstvertrauen geben, richtig zu handeln und zu reagieren.
1Ricka R. Care Management 2011; 4: 5-11.





