Eine Depression ist eine schwerwiegende medizinische Erkrankung, die höchstwahrscheinlich durch biochemische Veränderungen im Gehirn hervorgerufen wird. Unter Medizinern ist die Depression als Erkrankung anerkannt, die sich sowohl in emotionalen als auch physischen Symptomen äußern kann, die große Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen haben können.
Auslöser für eine Depression
Es ist bekannt, dass chemische Veränderungen im Gehirn mit Symptome der Depression einhergehen.
Depressionen hängen wahrscheinlich mit der Veränderung der Konzentration von hauptsächlich drei biochemischen Substanzen im Gehirn zusammen, die eine Reihe von Körperfunktionen kontrollieren, darunter:
- Serotonin – Stimmung, Appetit und Einschlafen
- Noradrenalin (auch Norepinephrin genannt) – Stimmung, Aufwachen und Aufmerksamkeit/Konzentration
- Dopamin – Bewegung, Motivation und Erleben von Freude
Eine Änderung der Konzentration dieser biochemischen Überträgersubstanzen führt zu gesundheitlichen Problemen, wie
z. B. einer Depression.
Eine weitere biochemische Substanz, die eine Rolle bei Depressionen spielen kann, ist Cortisol – das „Stresshormon“, das Körper und Geist beim Umgang mit stressigen Situationen hilft. Bei einigen Personen, die an Depressionen leiden, wurden hohe Konzentrationen von Cortisol beobachtet, obwohl der genaue Zusammenhang zwischen Cortisol und einer Depression noch nicht bekannt ist. Viele der zur Behandlung von Depression eingesetzten Medikamente entfalten ihre Wirkung, indem sie dabei helfen, die Konzentrationen dieser biochemischen Substanzen im Gehirn auf ein normales Niveau zu bringen.
Risikofaktoren für eine Depression
Von Depressionen kann jeder betroffen sein – bei einigen treten sie ohne ersichtlichen Grund oder Vorwarnung auf, bei anderen wiederum spielen Faktoren eine Rolle, die sie bekanntermaßen anfällig für eine Depression machen. Dazu können gehören:
Erbliche Faktoren
Eine Frage, die häufig in Zusammenhang mit Depressionen gestellt wird, „ist das vererblich – liegt es ‚in den Genen’?” In einigen Fällen spielen die Gene eine Rolle bei Depressionen, und mehrere Mitglieder einer Familie können betroffen sein. Allerdings gibt es hier keinen einfachen Zusammenhang, da wahrscheinlich viele Gene daran beteiligt sind. Wenn also ein Familienmitglied an einer Depression erkrankt, heisst das nicht zwangsläufig, dass dessen Verwandte ebenfalls erkranken müssen.
Soziale und umweltbedingte Faktoren
Normalerweise führt nicht ein einzelner Vorfall im Leben eines Menschen gleich zu einer Depression. Allerdings kann die Depression bei manchen Betroffenen durch bestimmte Erfahrungen oder Umstände ausgelöst werden.
Beispielsweise können einschneidende Ereignisse im Leben eine Depression auslösen, z.B.:
- ein Trauerfall
- eine Scheidung
- ein seelischer Schock
- physischer/emotionaler Missbrauch
Es können aber auch länger anhaltende, schwierige Umstände dazu führen, wie z.B.:
- Armut
- finanzieller Stress
- gesundheitliche Probleme
- Einsamkeit
- fehlende Intimität
- langanhaltende Arbeitslosigkeit oder Ruhestand
Immigranten, Flüchtlinge und andere Menschen, die aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen wurden, sind ebenfalls anfälliger für eine Depression.
Ob ein Mensch tatsächlich eine Depression entwickelt, kann in hohem Maße von den Erfahrungen abhängen, die er im Laufe seines Lebens gemacht hat, und wie er mit Stresssituationen umgeht.





